Die Schule des Provisorischen ®

Ein Think Tank
Im Fokus dieser Plattform steht die improvisatorische kreative Handlung, die zum einen auf das konstruktive Lösen von Problemen und zum anderen auf künstlerisch-gestalterische Prozesse ausgerichtet ist. Das Provisorium stellt dafür die Grundidee dar, ist eine Art Gestalt gewordener Nucleus.

Wer ein Provisorium erstellt, handelt meist spontan und löst aus dem Stegreif ein Problem – zumindest für eine bestimmte Zeit. Die Mittel dazu kommen aus dem was naheliegt, aus einem unmittelbaren Bezugsrahmen.

Das Provisorium ist ein Resultat des Improvisierens, eine Kerntätigkeit, die zutiefst im menschlichen Handeln verankert ist und in nahezu allen Kontexten vorkommt: In kleinen übersichtlichen Situationen (Provisorien im Haushalt) ebenso wie im Hinblick auf gravierende Fragestellungen in offenen Kontexten und unsicheren Verhältnissen. Die Bandbreite ist groß – sie reicht von der Notlösung zur hohen Kunstform in der Musik und den darstellenden Künsten; vom Salatdressing über den improvisierten Tanz, von der spontanen Rede bis zu staatenübergreifenden politischen Entscheidungen.

Improvisation ist milieuübergreifend, kommt in allen Kulturen vor und stellt Gemeinsamkeiten und Analogien zwischen weit entfernten Disziplinen her; es ist ein „radikal interdisziplinäres Feld“, so George E. Lewis in seinem Vorwort zu den „Critical Improvisation Studies“ (Lewis, George E.; Piekut, Benjamin: The Oxford Handbook of Critical Improvisation Studies, Volume 1 + 2, Oxford 2016: p. 20).

Wir fragen: Wie lassen sich Kreativität, Improvisation und Inspiration heutzutage thematisieren, in welchem Verhältnis stehen diese Themen bspw. zur fortschreitenden Digitalisierung? Welche Aspekte des kreativen Handelns lassen sich nicht automatisieren? Wie gestalten sich die Berührungspunkte zum Digitalen?

Wir veröffentlichen Beiträge, halten Vorträge und geben Workshops für verschiedene Kontexte.

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